Mittwoch, 28. März 2012

Weiblichkeit und Feng Shui

Ein normales Bild in Baden-Baden. Die Touristen stehen mit der Kamera da und fotografieren unsere prachtvollen alten Häuserfassaden. Keiner von Ihnen begeistert sich für die klaren Strukturen des Bankneubaus mitten im Zentrum. Warum?

@Heike Schauz

Nun ich denke, es liegt daran, dass die alten Fassaden harmonisch sind und dem Auge unendlich gut tun. Hier herrscht ein ausgewogenes Verhältnis von yin und yang.

Das Prinzip von yin und yang bildet den Ursprung des Feng Shui. Es arbeitet mit dem Prinzip der Polaritäten (Gegensätze), die sich gegenseitig bedingen. Eines kann ohne das andere nicht existieren, denn ohne Tag gäbe es keine Nacht, ohne Licht keinen Schatten usw.

Yin steht dabei für das Dunkle, das Passive, das Weibliche, die Nacht und runde Formen – yang für das Helle, das Aktive, das Männliche, den Tag und lange, gerade Formen.

Wasser als eines der 5 Elemente steht im Feng Shui für das größte YIN und somit für die größte weibliche Kraft. Das Element Metall wird auch das kleine Yin genannt und damit ebenfalls dem Weiblichen zugeordnet. In die Formensprache übersetzt werden deshalb Kreise, ovale, halbrunde und geschwungene Formen dem YIN, also dem Weiblichen zugeordnet.

Ein Grossteil dessen, was die Natur hervorbringt ist gerundet. Die Sonne, der Mond, die Erde  sind rund. Hühnerei und Eizelle sind ebenso rund wie ein Vogelnest und sowohl der Natur- als auch der weibliche Zyklus verlaufen rund. Ich schätze, dass die ersten Hütten der Menschen auch rund gebaut waren. Lange, gerade Linien wurden erst durch die weitere Entwicklung des Menschen und den technischen Fortschritt möglich.

Weiblichkeit wurde schon in den Bildern der alten Meister oder in historischen Romanen mit „schwellenden Rundungen“ dargestellt. Ein mageres Model der heutigen Zeit wäre damals sicher nicht in einem Rubens-Bild verewigt worden, sondern würde eher dem männlichen Prinzip des Holz-Elementes als „Strich in der Landschaft“ entsprechen.

Ich würde mir wieder mehr Yin zur Ausgewogenheit in unseren Räumen und Städten wünschen. Mehr Weiblichkeit in der Architektur durch Bögen oder runde Fenster. Räume verändern und prägen schließlich Menschen. Es wäre spannend die Veränderungen zu beobachten.

Mein Artikel ist ab heute in der neuen Ausgabe von  http://www.pinkpumpsopen.eu/, dem neuen Onlinemagazin für Sie und ihn, zum Thema Weiblichkeit erschienen.

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