Montag, 6. August 2012

Im Kurzinterview mit Heike Eberle zu meinem neuen Buch

pict00251   Ein schönes Kurzinterview hat Heike Eberle
DIE Service-Expertin im Handwerk mit mir geführt.
Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich dafür!

Heike Schauz hat mit ihrem Buch “Kommt der Chef auch noch?” einige Tabus gebrochen. Sie schreibt sich ihre Erlebnisse, auch bittersten Erfahrungen, von der Leber. Kurzzeitig rangierte dieses Buch auf Rang 49 auf der amazon-Hitliste. Heike Schauz bricht damit alle Rekorde als Schreib-Newcomerin.
Ich, als Chefin, hatte natürlich mit diesem Buchtitel sofort einige Bilder im Kopf. Oft genug bekomme ich Anrufe, wo es banal heißt: Ist der Chef zu sprechen? – Ich gnadenlos: Der ist am Telefon. Da geht vielen der Kinnladen runter. Eine Frau als Chefin. Ja – die können auch was, auch wenn sie in einer Männerdomäne arbeiten.
Heike Schauz ist mittlerweile eine ganz liebe Netzwerkpartnerin, die ich sehr schätze. Ich wollte etwas hinter die Buchfassaden blicken und habe Heike mit dem “3-Fragen-Format” konfrontiert. Hier ihre authentischen Antworten. Herzlichen Dank, liebe Heike und viel Erfolg bei diesem tollen Buch!

1. Was hat Dich angetrieben und motiviert dieses Buch zu schreiben?
Das war ganz spannend. Denn alles war einmal ganz anders geplant.
Durch einen Event bei der Handwerkskammer Karlsruhe letztes Jahr kam ich mit einer Vertreterin der Bundesweiten Gründerinnenagentur ins Gespräch und wurde danach zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Es geht und hier zitiere ich das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft darum, „dass das Handwerk längst nicht mehr reine Männersache ist. Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk und auch der Frauenanteil bei den bestandenen Meisterprüfungen steigt kontinuierlich an. Dennoch erfolgt bislang nur jede vierte Gründung im Handwerk durch eine Frau. Viel zu wenig bekannt sind die vielfältigen Karrierechancen für Frauen im Handwerk.“ Bei der Diskussion, die noch viel länger hätte dauern können und echt spannend war, habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, aus dem eigenen Leben zu erzählen.
Deshalb wollte ich „eigentlich“ einen Ratgeber für Chefinnen im Handwerk schreiben – mit ein paar autobiographischen Geschichten zur Auflockerung. Dass es MEINE autobiographische Geschichte während meiner Zeit als Handwerkschefin wird, hat sich dann beim Schreiben ergeben…


2. Was erwartest Du? Was genau ist die Botschaft, die hinter diesem Buchtitel steht?
„Kommt der Chef auch noch?“ ist einfach das Synonym dafür, dass ich damals erst mal als Frau in diesem Beruf nicht „gesehen“ – oft nicht ernst genommen wurde. Zwischenzeitlich habe ich durch Reaktionen meiner Leserinnen und Leser aber erfahren, dass auch viele junge Männer und Vertreterinnen anderer Berufe diesen Spruch über sich ergehen lassen mussten.
Eine Botschaft? Kann ich so gar nicht sagen – es musste einfach alles mal raus – von daher war das Schreiben auch Therapie.
Bis vor einem Jahr habe ich z.B. über meine Insolvenz nicht groß geredet – ich habe mich zwar nicht geschämt, aber großartig rumposaunen wollte ich das auch nicht. Dass es jetzt plötzlich heißt, ich sei mutig, weil ich das alles so ehrlich schreibe, überrascht mich. Es hat viel mehr Mut dazugehört, dass alles zu überstehen und nicht aufzugeben.
Beim Schreiben habe ich auch gemerkt, wie wichtig es ist, meine eigene und auch sicher andere Handwerkergeschichten aufzuschreiben. Viel zu viel geht uns verloren – und dabei ist das ganze Handwerk voll faszinierender Geschichten.
Und an sich war ich der Meinung, dass sich jetzt viele Frauen melden, denen es ging oder geht wie mir – dass sich alle Kollegen irgendwo wiederfinden ist meine größte Überraschung und freut mich sehr.


3. Welche Anekdote in Deinem Buch ist Dir als erstes in den Kopf geschossen? Und auf welche Anekdote bist Du besonders stolz?
Das erste was mir einfiel, war die Belästigung meiner Mädels damals – das war wirklich übel – da stand alles auf der Kippe!
Stolz? Ich weiß nicht, ob Stolz das richtige Wort ist – das letzte Kapitel war ein harter Brocken – ich habe zwei lange Nächte daran gesessen – tränenüberströmt – und war froh, als ich es in Worte gefasst hatte.

Hier gehts zum Blog von Heike Eberle http://www.eberlebau-landau.de/serviceblog

Keine Kommentare:

Kommentar posten