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Donnerstag, 17. März 2011

Bioarchitecture - Heilende Architektur der Zukunft



Wir sind in einem ständigen Tanz mit den Elementen unserer Umwelt, und so wie wir sie verändern, so verändern sie auch uns. Was wir bauen und bewohnen, informiert tatsächlich nicht nur unsere Biologie, sondern auch unsere Psyche - und unser daraus resultierendes Verhalten. Du hast sicher schon einmal den viel zitierten Satz "Du bist, was du isst" gehört, der auf poetische Weise die Wahrheit erfasst, dass das, was wir konsumieren (und in der Tat auch, wie wir es konsumieren), die Grundlage für unsere körperliche, geistige und emotionale Verfassung bildet. Das Gleiche gilt auch dafür, wie und wo wir leben.


Sick-Building-Syndrome
Seit einigen Jahren wächst das Bewusstsein für ein immer weiter verbreitetes Krankheitsbild, das als Sick Building Syndrome (SBS) bekannt geworden ist. Es manifestiert sich in sehr unterschiedlichen Formen, abhängig vom Individuum und den Besonderheiten seiner Umwelt, aber zu den "Symptomen" gehören ein Mangel an Energie, Kopfschmerzen, Reizdarm, Hautreizungen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Unruhe und viele andere physisch und psychisch schwächende Reaktionen.

Der Aufenthalt in einer solchen Umgebung führt zu einem wortwörtlichen Zusammenbruch des Immunsystems der Bewohner, was wiederum Auswirkungen auf alle anderen Aspekte ihres Lebens hat. Es gibt eine Fülle von widersprüchlichen Forschungen und Meinungen darüber, was der Grund des Sick Building Syndroms sein könnte. Diese reichen von chemischen Ausdünstungen über schlechte Luftqualität, unzureichende Belüftung und den negativen Auswirkungen bestimmter menschengemachter elektro-magnetischer Felder, bis zum nachteiligen Einfluss einfach nur schlechten Designs.

Die meisten von uns haben schon Zeit in Gebäuden verbracht, die sich angefühlt haben, als wären sie in der Tat "kranke" Gebäude und wir könnten einen auf unseren Überlebensinstinkt gegründeten tiefen Wunsch gefühlt haben, diese giftige Umgebung zu verlassen oder zu „flüchten". Es ist ein tatsächlich fühlbarer Stress auf unseren Körper, der, wenn er nicht beachtet wird, zu Unwohlsein oder dem langsamen Zerfall der biologischen Funktion führen kann. Es heißt, dass die Biologie den Schmerz "erfunden" hat, um uns zu zeigen, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken sollen. Ich mag dieses Konzept, denn es macht tatsächlich sehr viel Sinn - wenn unsere Finger etwas Heißes berühren, löst das Gefühl von Schmerz eine fast sofortige körperliche Reaktion aus, die unsere Finger von der Gefahr entfernt. Dies ist ein einfaches und offensichtliches Beispiel des kontinuierlichen Biofeedbacks zwischen uns und unserer Umgebung.

Jede Zelle in unserem Körper ist unabhängig der Lage, sowohl positive als auch negative Einflüsse in unserem Umfeld zu erkennen und entsprechend zu reagieren. So tragen wir alle in unserem Körper die Fähigkeit, zu wissen, wann ein Raum "gut" oder "schlecht" für uns ist. Manchmal ist der negative Stress, den wir erleben allerdings sehr subtil und dadurch weniger offensichtlich für uns. Er beeinflusst uns schleichend, im Laufe der Zeit, so dass Bewusstsein und Wahrnehmung sich erst zu spät einschalten.


Eine Zukunft der Schönheit
Die moderne Gesellschaft vermittelt uns keinerlei Verständnis darüber, dass wir energetisch komplett in unsere gebaute Umwelt integriert sind. Man könnte sogar sagen, diese Erkenntnis würde letztlich zu ihrer "Vernichtung" führen, da die Menschen sich dadurch der nachteiligen Folgen des permanenten Stresses bewusst würden, der uns bombardiert, wo auch immer wir hingehen. So eröffnet sich hier die Gelegenheit, mehr persönliche Verantwortung für unsere eigene Bildung, unsere eigene Gesundheit und unsere Lebensumgebung zu übernehmen.





Ein Verständnis der natürlichen Gesetze

Ich plädiere nicht für ein oberflächliches Bio-Mimikry oder die Verwendung pseudo-organischer Formen um ihrer selbst willen, oder den kurzsichtigen und letztlich begrenzenden Fokus von einigen "grünen" Architekten und Designern - wie etwa das Ziel von Null-Kohlenstoff-Emissionen (vielleicht ein klassischer Fall davon, den Wald vor lauter bald zu fällenden Bäumen nicht zu sehen).

Ich schlage ein reine, prinzipielle Sammlung von natürlichen "Regeln" und oder Algorithmen vor, festgelegt durch jene Regeln, die wir auf jeder Ebene natürlichen Ausdrucks beobachten können. Wenn wir die Struktur, die Natur und das Wesen des Lebens wiederentdecken, und erkennen, welche Bedingungen seine Entstehung und seinen Ausdruck fördern, dann können wir dieses Verständnis in der Schaffung wirklich nachhaltiger und schöner Umgebungen anwenden.
Wir nennen diese Design-Philosophie und -Praxis „Bioarchitecture" und laden dazu ein, ihre individuellen und kollektiven Potentiale zu entdecken.


Bioarchitektur - Fraktale Wohnräume
ist eine grundlegende Sammlung von Regeln für die Planung, den Bau und die Landnutzung, welche die erforderliche "Fraktale" oder Rosen-ähnliche Symmetrie / Form von elektrischen Feldern nutzt, die es alle lebenden Systeme ermöglicht, zu gedeihen.
Damit erlaubt es Bioarchitektur Bau- und Stadtplanern, fraktale (formähnlich über alle Skalen) elektrische Ladungsfelder zu erzeugen, die allem Energie zuführen, was auf DNA basiert. DNA basiert wie alle Lebewesen auf der Zahl Phi (1:1.618033989..., Goldener Schnitt/ natürliches Verhältnis / natürliche Harmonie) und auf Fraktalität. Aufgrund dieser geometrischen Struktur ist DNA ein perfekter Empfänger und Former von Ladungsfeldern.
Nur phi-basierte, konstruktive Wellenüberlagerung erlaubt das Speichern biologischer Informationen - und ermöglicht es dem Feld, effizient in die elektrische Blume der Selbst-Organisation auszustrahlen, die wir als Wachstum, Heilung, Aufmerksamkeit, Ektase und erfolgreiches Leben kennen.


Form als Grundlage des Lebens
Energie bewegt sich in Form von Informationswellen, deren Überlagerung alles im Universum erschafft. Wenn diese Wellen auf eine bestimmte Weise aufeinandertreffen, einem Fraktal, dass auf dem Goldenen Schnitt und der Zahl Phi beruht, erschaffen sie einen Punkt von Information, den wir als Materie kennen. Biologie und Leben sind die Namen, die wir elektrischen Feldern gegeben haben, die auf eine fraktale Weise zueinander organisiert sind und die Fähigkeit von Selbstorganisation, Bewegung, Ausdruck und Formevolution entwickelt haben. Die Grundlage dazu bilden verschiedene Formen, die sich in der Natur auf allen Skalen ineinander verschachtelt wiederholen.



Die Prämisse hinter Bioarchitektur ist daher, dass alles Leben positiv auf Design reagiert, das im Einklang mit der geometrischen Struktur des Lebens ist und schädliche Materialien und scharfe Kanten vermeidet (die buchstäblich negative kapazitive Ladung „ausbluten"). Das ultimative Ziel der Bioarchitektur ist es, fraktale Ladungsfelder zu erzeugen, die ihrer Natur nach implosiv sind und das Leben, durch positive DNA-Resonanz und Ladungsimplosion fördern (das elektrischen Prinzip des Lebens selbst).


Wenn der Raum beginnt, Energie zu atmen

Ein ideales Beispiel für dieses Konzept findet sich in den Blütenblättern einer Rose, die sich entlang des Goldenen Schnittes entfalten und fraktal aufgebaut sind - was bedeutet, dass sie in der Lage zu unendlicher nicht-destruktiver Interferenz sind und Energie in Richtung ihres Zentrums anziehen, wo sie eine Implosion versursacht.

Durch das Studium und das Verständnis der Symmetrie von elektrischen Feldern, die entweder Gesundheit oder Krankheit verursachen, entdecken wir, dass ein überwältigend einfaches und doch zwingendes Muster entsteht. Wenden wir diesen Algorithmus auf schöne Architektur an, so sehen wir genau, warum die Gestaltung von lebendigem Raum genau das erschaffen muss - einen energetisch lebendigen Raum. Ein energetisch lebendiger Raum (manchmal auch als 'heilig' bezeichnet) ist einfach ein Raum, wo Energie effizient atmen kann und dadurch die mehrfach zusammenhängende / holographische und fraktale Resonanz erreichen kann, die wir Bewusstsein nennen - das Ziel aller lebenden Systeme.




Die Grundregeln für einen lebendigen Wohnraum

Wenn diese Regeln befolgt werden (in spielerischer Verbindung mit lebendiger Nahrung, Bewegung, und einem kohärenten emotionalen Bewusstsein) wird unsere Biologie von den Schmerzen geheilt werden, die sie gegenwärtig auf so vielfältige Weise erfährt - und Glückseligkeit wird ganz spontan ausbrechen. Biologie hat den Tod als eine Möglichkeit der Sortierung erfunden, welche Wellen teilungswürdig sind, und Schmerzen als ein effizientes Biofeedback, um uns zu zeigen, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken sollten. Nicht nur folgt das Ladungs-Feld von („glücklicher") DNA einer grundlegenden Geometrie, sondern so auch die daraus resultierenden Ladungsfelder deines Herzens, und Gehirns - und deshalb sollten es optimalerweise auch die deines Kühlschranks, deines Zuhauses, deines Büros und deines Lebens tun!

Verwende beim Entwurf von Räumen natürliche Geometrien, Formen und Verhältnisse, um Lebendigkeit und wirklich nachhaltige Systeme zu schaffen. Das ist 'Full Spectrum Architecture "- nicht nur" grüne Architektur"!

Verwende möglichst nur biologische Materialien, um fraktale Ladungsfeld-Effekte zu erzeugen (vermeide vor allem Aluminium und Stahl - aber auch Kunststoffe, wenn möglich)
Plane Strukturen durch die Beobachtung von Negativ-Ionen-Potentialen und den magnetischen Gegebenheiten der Umgebung, um einen Ort der Heilung zu finden (nicht-destruktive Wellenüberlagerung). Hierbei können die Erkenntnisse der Baubiologie und Geomantie hilfreich sein. Durch Rutengehen, aber auch durch den Körper können die Energieflüsse der Umgebung wahrgenommen und eine Karte der Gegebenheiten angefertigt werden, die bei der Planung sehr hilfreich ist. Werden die vorhandenen Energieflüsse harmonisch integriert, können Plätze der Heilung und Ruhe entstehen, an denen alle Energien konstruktiv zusammenwirken.
Fertige detaillierte Pläne über Stromleitungen und geplante elektronische Geräte an, um den Großteil allen Elektrosmogs zu beseitigen - die negativen Auswirkungen von elektrischer Kontamination sind ernsthaft giftig für die meisten biologischen Systeme. Durch gezielte Platzierung, gute Isolation und die Möglichkeit, ganze Stromkreise auszuschalten, kann diese minimiert werden.
Schaffe paramagnetische Stein-Strukturen (Dolmen, Steinkreise und Labyrinthe) im Innen- und Außenbereich. Diese Strukturen ziehen Energie an und ermöglichen den Fluss lebendiger Energie.


Autoren InfoMichael Rice
hat sich nach seinem Architektur-Studium auf heilige Geometrie und das Erschaffen von lebendigen und natürlichen Häusern spezialisiert. Er gilt weltweit als einer der Vordenker einer neuen Strömung von Architektur, die mit tiefem Wissen über die biologischen, energetischen und geometrischen Grundlagen der Schöpfung arbeitet. Michael hat bereits über 400 Häuser auf dieser Basis konzipiert.Neben seiner Arbeit reist er unermüdlich um die Welt, um sein Wissen über Architektur und heilige Geometrie zu teilen. Er lebt mit seiner Frau und fünf zu Hause unterrichteten Kindern in seinem Haus Dreamfield. Dort hat er auch das "DreamField Institute of BioArchitecture" gegründet, wo er interessierte Architekten fortbildet.


Quelle: www.sein.de

Ich weiß, dass wir in der Lage zu so viel mehr Schönheit und lebensspendendem Ausdruck sind. Wenn wir von einem Ort der Sensibilität, Integrität und offenen Kreativität aus erschaffen, entdecken wir Möglichkeiten, zeitlos schöne Räume zu konstruieren, die unseren Körper unterstützen, unseren Geist erheben und unsere Seele nähren.

Statt sich auf die vielen Arten zu konzentrieren, wie wir eben dies nicht tun - unübersehbar manifestiert durch die Strukturen, in denen die meisten von uns leben und arbeiten - möchte ich mich darauf konzentrieren, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir das Bewusstsein und die grundlegenden Fähigkeiten entwickeln können, die erforderlich sind, um mit mehr Schönheit zu planen und zu bauen - in einem nachhaltigen Gleichgewicht mit unserer Umwelt. Diese Information ist für alle gedacht, denn wir alle spielen eine Rolle bei der Schaffung und Erhaltung unserer gebauten Biologie.

Um es mit Albert Einstein zu sagen, können wir das „Problem nicht mit dem gleichen Denken lösen, dass es geschaffen hat". Wir könnten von einer neuen Sprache, einem neuen Verständnis und einer neuen Philosophie profitieren, die so nah wie möglich auf den reinen Prinzipien des natürlich gewachsenen Designs der Natur basiert. Wir haben heute die Möglichkeit, wirklich zu studieren und nachzuahmen, wie die Natur in ihrer Leichtigkeit und Eleganz Nachhaltigkeit erschafft und ausdrückt.

Mittwoch, 24. November 2010

Feng Shui als Ausweg aus der Krise der Architektur

Seit dem 2. Weltkrieg hat sich in deutschen Innenstädten ein beispielloses architektonisches Chaos breit gemacht. Moderne Planer folgen nur noch Renditevorgaben und dem “technisch Machbaren”. Wir Menschen und unsere Sehnsucht nach Identität und Harmonie bleiben auf der Strecke. Gibt es einen Ausweg aus dieser Krise der modernen Architektur?

Volker Marx, Architekt und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (HfBK), hat gerade einen äußerst interessanten Artikel unter dem Titel “Feng Shui oder die Krise in der Architektur” veröffentlicht. Darin gibt er einen Überblick über deutsche Baugeschichte der vergangenen Jahrhunderte. Bezug nehmend auf die stadtplanerischen Entwicklungen der letzten 50 Jahre attestiert Marx der modernen Architektur Beliebigkeit. Dies, so Marx, führt derzeit jedoch dazu, dass immer mehr Architekten nach Alternativen suchen, “nach neuer Harmonie”.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir in unserem Beitrag “Feng Shui im neuen Botanischen Garten Shanghai” über den deutschen Landschaftsarchitekten und Gestalter des neuen Botanischen Gartens in Chinas größter Metropole, Christoph Valentien, berichtet haben. Valentien verblüffte uns mit seiner offenbar während der Planungsarbeiten zum EXPO-Parkgelände erlangten Einsicht: “Man muss heute Stadt und Landschaft als Einheit betrachten”. Zu Recht vermuteten wir hier eine Rückbesinnung auf Architekturtraditionen, hervorgerufen durch eine intensive Auseinandersetzung mit der chinesischen Architekturgeschichte.

Während wir im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Christoph Valentien bei ZEIT ONLINE noch selbst “das Kind beim Namen nennen” mussten, leitet Volker Marx seinen Artikel über die Krise der Architektur unmittelbar mit einer kurzen Abhandlung über Herkunft und Entstehung des Feng Shui ein. Damit gibt er gleich zu Beginn die argumentative Stoßrichtung vor: Feng Shui wird hier als Ausweg aus der Krise der Architektur gesehen. Dies jedoch nicht in Form fremder Kultureinflüsse, sondern ebenso wie bei Valentien als Rückbesinnung auf die eigene und somit europäische Architekturtradition.

Von der originären Aufgabe eines Architekten
Volker Marx ruft in seinem Beitrag noch einmal in Erinnerung, worin eigentlich die originäre Aufgabe eines Architekten besteht, nämlich darin, “durch die Gestaltung des Umfeldes der Menschen eine Harmonie mit der Umgebung herzustellen”.

Diese Aussage gilt sowohl für die Gestaltung von Gebrauchsgegenständen als auch für “Gedanken zu den Umständen des Lebens und der Gesundheit bis zum Konzept für ganze Städte, einschließlich der zugehörigen Landschaft”. Laut Marx spielen hierbei übrigens psychologische Analysen, Gedanken zur Art des Lebens und Arbeitens der potenziellen Bewohner, bis hin zu Einflüssen von Anlagen und Gebäuden auf die Umwelt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Diese Grundsatzüberlegungen zum Leben in der Industriegesellschaft hat sich Marx nicht selbst ausgedacht, sondern sie sind -- und dies wussten wir bis zum heutigen Tage auch nicht -- bereits 1933 anlässlich der CIAM in der Charta von Athen niedergeschrieben. Noch im Bauhaus bis zum Ende der 30er Jahre wurde an der Akademie in Dessau versucht, die Vorgaben der Charta von Athen bis ins Detail umzusetzen. Die Ausbildung der Architekten erfolgte gemeinsam mit Künstlern, Musikern und Tänzern, mit Philosophen und Literaten. Auf diese Weise sollte der neuen industriellen Welt “eine menschliche Gestalt gegeben werden”.

Nach dem Krieg und mit dem Einsetzen des deutschen Wirtschaftswunders ist versäumt worden, eine geordnete Neugestaltung der zerstörten Innenstädte nach den Gedanken der Charta vorzunehmen. Der explodierende Individualverkehr, das Bedürfnis nach schnellem Aufbau von Wohn- und Arbeitsräumen und nicht zuletzt neue technische Möglichkeiten, die moderne Großprojekte beispiellosen Ausmaßes ermöglichten, führten schließlich zu einem formalen Chaos in der Architektur und darüber hinaus auch in vielen anderen Bereichen von Kunst und Kutlur.

Laut Marx setzt sich dieses “Chaos” bis in die heutige Zeit fort: “Die Masse der Planer, Architekten und Designer scheint hilflos und völlig dem Zwang des alltäglichen Erfüllens von Renditewünschen und schnellen Ergebnissen unterworfen.” Doch wie wir auch schon an Christoph Valentien gesehen haben, scheint nun ein erstes Umdenken im Gange zu sein. Bereits auf einem der größten Architektenforen in Dessau 1994, auf dem auch Architekturgrößen wie Peter Eisenman (Mahnmal in Berlin), Christoph Ingenhoven (Bahnhof Stuttgart 21) oder Zaha Hadid (Feuerwache in Weil) die Visionen ihrer Moderne vorstellten, wurden Stimmen laut, die beklagten, wie sehr die Architekten der heutigen Zeit der “Realität” unterworfen sind.

Standardschachteln für nicht artgerechte Menschenhaltung
Gebaut werden muss heutzutage das, was überhaupt angeboten wird bzw. was technisch möglich ist. Gelegenheit, “sich mit menschlichen Bedürfnissen, harmonischer Gestaltung der Umwelt oder einer sinnvollen städtebaulichen Entwicklung zu befassen”, gibt es viel zu selten. Betrachtet man allein die Planung und den Bau von Einfamilienhäusern, wird das ganze Ausmaß an Rationalisierung und Unterordnung unter die technischen Bedürfnisse unserer Industriegesellschaft deutlich. Nur fünf Prozent aller Einfamilienhäuser werden heute noch von Architekten geplant. Der Rest ist vom “Markt von der Industrie der Standardschachteln für nicht artgerechte Menschenhaltung überschwemmt”.

Am Ende argumentiert Volker Marx fast gänzlich in unserem Sinne sehr pointiert: “Die Menschen, die in diesen Städten und wie mit Krebs befallenen Dörfern leben müssen, suchen dann ganz logisch nach der fehlenden Harmonie, greifen dann auch zu exotischen Quellen wie Feng Shui.” Mit anderen Worten: Wenn die Stadtplaner und Architekten der Moderne ihrer eigentlichen Verantwortung, ja sogar Pflicht nachkommen würden, ein Gleichgewicht zwischen Lebens- und Arbeitsraum der Menschen und der Umwelt herzustellen, bräuchten die Menschen hierzulande kein Feng Shui.

Dieses “Beinahe-Fazit” greift natürlich zu kurz. Wir sparen uns an dieser Stelle aber den Widerspruch, denn im Grunde ist es uns egal, auf welche Weise und mit welchem Etikett beklebt “die neue Harmonie” in unsere Innenstädte, Häuser und Wohnungen einzieht, Hauptsache sie hält überhaupt irgendwann Einzug. Aus diesem Grunde unterstützen wir natürlich diese Entwicklung und danken Volker Marx für seinen sehr gelungenen Beitrag.

Quelle: www.everyday-feng-shui.de